Franz Josef "Sepp" Raab
Diese Seite ist dem ehemaligen Kommandeur des Thälmann-Bataillons im
Spanischen Bürgerkrieg und ehemaligen Bürgermeister der
oberbayerischen Bergarbeiterstadt Penzberg, Franz Raab, gewidmet.



1898: Geboren im oberbayerischen Penzberg
1914: Eingerückt in den 1. Weltkrieg (Mörser Abteilung) nach Rückkehr: Arbeit im Bergwerk als Elektriker
1918/1919: Eintritt in die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD)
Eintritt in den Rotfrontkämpferbund (RFKB), deren Vorsitzender (Penzberg) er wird.
Nach Verbot des RFKB wird er Einsatzleiter des "Kampfbundes gegen den Faschismus.", dessen Ziel es war, Nazis zu entwaffnen; außerdem wurden Kampfübungen durchgeführt. Raab wurde von den Nazis gesucht, er lebte auf der Flucht in den umgebenden Wäldern.

1936: Von einem Penzberger Kaufmann wurde die Widerstandsgruppe um Raab verraten, ihm gelang jedoch vorzeitig die Flucht. Er gelangte über die österreichische Grenze in die Schweiz. In der Schweiz nahm er die illegale Parteiarbeit auf. Als einer der ersten ging Raab nach Spanien, um sich den internationalen Brigaden anzuschließen. Er kämpfte in den Reihen der Centurio Thälmann mit einem selbstgebauten Panzer.

Er nahm an den Kämpfen vor Madrid teil; insgesamt kämpfte Raab dreieinhalb Jahre an der Front, wobei er nie verletzt wurde. Raab war zeitweise Kommandant der Brigade Thälmann.

1939: Nach der Niederlage der republikanischen Armee wurde Raab in einem Lager interniert. In diesem Lager wurde unter den Kämpfern eine republikanische Fahne aufgeteilt; der Teil, dem Franz Raab übergeben wurde, ist noch heute erhalten. Von der KPD erhielt Raab den Auftrag, aus dem Lager auszubrechen und sich in Toulouse bei der Leitung der KPD zu melden. Raab flüchtete und schloss sich dem antifaschistischen Widerstand in Toulouse an.

Von Toulouse wurde Franz Raab nach Paris beordert und kehrte im Juni 1945 krank und geschwächt nach Penzberg zurück, wo er zum kommissarischen Bürgermeister von Penzberg berufen wurde.

Franz Raab verstarb 1971.

Biografie nach den Erzählungen von Oskar Belohlawek.


Weitere Informationen zu Franz Raab im Buch "Proletarische Provinz" von Professor Doktor Klaus Tenfelde. Auszüge aus dem Buch (mit freundlicher Genehmigung des Autors und des Oldenbourg Verlages) unter "Dokumente".